Hockenheimring

Der Traditionsreiche

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit genießt der Hockenheimring den Status, eine der traditionsreichsten Rennstrecken zu sein. Das erste Kapitel seiner wechselvollen Geschichte wurde bereits 1932 geschrieben, als er in Form eines Dreieckskurses entstand, der durch den Wald führte. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Piste zu einem hochmodernen Schauplatz packender Motorsportrennen und ist seit 1970 auch immer wieder Station für die Formel 1. Heute lockt der Hockenheimring jährlich rund 700.000 Besucher an. Die Umgebung, in welche die Anlage eingebettet ist sowie die ereignisreiche Vergangenheit verleihen dem Kurs einen einzigartigen Charakter.

Rennstrecke Hockenheim
Rennstrecke Hockenheim Streckenführung

Ein Stück Rennsportgeschichte für jeden fühlbar

Es mag wohl nicht übertrieben sein, den Hockenheimring als einen historischen Ort zu bezeichnen – aus Sicht eines Motorsportbegeisterten ist er das zweifelsohne. Schon 1932 und damit zu einem sehr frühen Zeitpunkt entstand ein Vorläufer dieser Rennstrecke. Der innerhalb von drei Monaten gebaute Kurs trug den Namen Kurpfalzring, hatte eine Länge von zwölf Kilometern und führte durch den Hardtwald. Das Eröffnungsrennen für Motorräder weckte bereits das Interesse von etwa 60.000 Zuschauern. Noch vor Kriegsbeginn kam es zu einem ersten Umbau der Strecke, wodurch sich deren Länge auf 7,725 Kilometer verkürzte und zeitgleich eine Reihe von Tribünen um den Kurs herum entstand.

Das erste Event nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fand 1947 statt und zog rund 200.000 Besucher in seinen Bann. Nachdem zunächst in erster Linie Motorradrennen stattfanden, erlangte der Hockenheimring vermehrt als Austragungsort für Autorennen an Bedeutung. In den 1960er-Jahren forderte der Bau der nahegelegenen Autobahn A6 tiefgreifende Veränderungen des Kurses in Hockenheim. In dieser Zeit entstand das Motodrom, das als Stadionbereich einen besonderen Kontrast zum Waldabschnitt bildet.

1970 ist ein wichtiges Jahr für den Hockenheimring, da er erstmals als Austragungsstätte der Formel 1 diente. Eine weitere wichtige Veranstaltung macht mit der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft (DTM) seit 2000 im Badischen Halt. Dabei findet das Eröffnungsrennen ebenso wie das Finale auf dem legendären Ring statt. Die NitrolympX sind unterdessen ein Drag-Racing-Event, oder mit anderen Worten formuliert: Ein Beschleunigungsrennen, für das sich die Viertelmeile des Hockenheimrings zwischen Südtribüne und Mercedes-Tribüne perfekt anbietet.

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft trägt ihre Finals aus, sodass auch der Wettstreit auf zwei Rädern in der Gegenwart nicht zu kurz kommt. Bei den Public Race Days haben unterdessen Privatfahrer mit ihren straßenzugelassenen Wagen die Chance, ihre Runden auf dem Hockenheimring zu drehen – und vor allem den besonderen Charakter der Strecke zu erleben.

Der Hockenheimring und sein besonderer Reiz

Eine Strecke mit einer langen Geschichte bedeutet, dass diese im Laufe der Jahre vieles erlebt hat. Dazu gehören mehrere Umbaumaßnahmen, für die es immer wieder gute Gründe gab. Sei es, um den ersten, noch nicht asphaltierten Kurs zuschauertauglicher zu machen, oder um einer Autobahnverbindung zwischen Mannheim und Walldorf zu weichen. Nicht zuletzt verlangten die Anforderungen der Formel 1 tiefgreifende Veränderungen.

Von den Anfängen der Strecke 1932 bis in die Gegenwart hat sich die Streckenlänge von ursprünglich zwölf Kilometern auf 4,574 Kilometer verkürzt. Führte der Verlauf einst noch durch ein Waldstück, in dem die Piloten „ganz alleine mit sich selbst“ waren, wie es der einstige Rennfahrer Ayrton Senna beschrieb, sind sie heute näher an den Zuschauern, um ihnen noch mehr Spannung zu bieten. Bis zu 120.000 Gäste finden auf dem Hockenheimring Platz und erleben bei fesselnden Events, wie die Profis die insgesamt 13 Kurven pro Runde bewältigen.

Trotz mehrfacher Veränderungen der Strecke scheint auch heute noch der Geist längst vergangener Zeiten greifbar zu sein. Legenden wie Nikki Lauda, Ayrton Senna, Ralf Schuhmacher sowie sein Bruder und Rennstrecken-Rekordsieger Michael fuhren hier Grand-Prix-Siege ein. Der Finne Kimi Räikkönen trug sich mit seinem Streckenrekord im Jahr 2004 in die Geschichtsbücher des Hockenheimrings ein, als er für eine Runde nur etwas mehr als eine Minute und 13 Sekunden benötigte.

Für einen traurigen Vermerk in der Historie sorgte unterdessen der Brite Jim Clark, der 1968 tödlich während eines Formel-2-EM-Laufs verunglückte. Ein Gedenkstein erinnert noch heute an dieses Ereignis. Sein Leben ließ auch der Franzose Patrick Depailler 1980 während einer Testfahrt. Im Zuge der Streckenveränderungen wurde der Kurs jedoch entschärft und birgt diese Risiken längst nicht mehr.

Ein Besuch auf dem Hockenheimring: Pflichtprogramm für jeden PS-Fan

Der Hockenheimring ist Inbegriff des deutschen Motorsports, eine der bekanntesten Strecken Deutschlands und international sehr geschätzt. Nicht nur jedem Formel-1-Fan, sondern Liebhabern schneller Fahrzeuge im Allgemeinen, sollte die Piste im Waldgebiet Schwetzinger Hardt geläufig sein.

Für einen Tag in dieser legendären Arena zu Gast sein – das gilt wohl als nachvollziehbarer Traum vieler, denen diese bisweilen nur von TV-Übertragungen oder Videospielen bekannt ist. Nicht ansatzweise lassen sich die Faszination und die Atmosphäre des Hockenheimrings aus der Distanz erahnen. Zeit, den Geist dieses Mekkas vieler Motorsportfreunde einmal selbst zu erleben. So kompliziert die 13 zu bewältigenden Kurven pro Runde zunächst erscheinen mögen, macht es der Hockenheimring allen Einsteigern einfacher als gedacht. Schon nach einigen absolvierten Runden dürfte das Fahren flüssig gelingen, sodass sich daher durchaus von einer anfängertauglichen Strecke sprechen lässt.

Wer sich wirklich selbst hinter das Steuer setzen möchte, braucht keine Angst zu haben – einerseits, da er einen professionellen Fahrer an seiner Seite hat, andererseits hält der Hockenheimring als Austragungsort wichtiger Motorsport-Events alle aktuellen Sicherheitsstandards ein. Die teils weitgefassten, asphaltierten Auslaufzonen mindern das Risiko auf zusätzliche Weise. Konzentrieren Sie sich allein auf den Fahrspaß, den Ihnen diese denkwürdige Strecke bietet.